Forschen für einen guten Zweck

Stiftung Jugend forscht e. V. | 2019

Tara Moghiseh – Bundessiegerin im Fachgebiet Arbeitswelt 2019

Tara Moghiseh beim Bundeswettbewerb 2019

Tara Moghisehs Wunsch ist es, ihre Begabungen einzusetzen, um Fortschritte in der medizinischen Forschung zu erzielen. Und sie ist auf einem guten Weg dahin, dieses Ziel zu erreichen. Denn Tara Moghiseh ist ein außergewöhnlich kluger Kopf und eine hartnäckige junge Forscherin mit großem Talent in Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik. Ihr Jugend forscht Projekt, ein Leukozytenklassifikator, könnte in Zukunft die Krebsdiagnostik wesentlich schneller und effizienter machen.

Derzeit besucht Tara Moghiseh die 13. Klasse des Hochbegabtenzweigs am Heinrich-Heine-Gymnasium in Kaiserslautern. Neben der Schule verfolgt die 17-Jährige zahlreiche Hobbys und Interessen. Dazu zählen die Teilnahme an Schülerwettbewerben, ihre Leidenschaft für Musik – einschließlich vieler damit einhergehender Orchesterproben – sowie weitere außerschulische Aktivitäten im MINT-Bereich. 

MINT-Spitzensportlerin 

Seit ihrer Grundschulzeit nimmt Tara Moghiseh regelmäßig an Schülerwettbewerben teil. Beispielsweise an der Mathematik-Olympiade, der Biologie-Olympiade, der Deutschen Neurowissenschaften-Olympiade, der First Tech Challenge, dem Bundeswettbewerb Informatik, der World Robot Olympiad und natürlich an Jugend forscht. Schaut man sich die Liste der Teilnahmen an, denkt man sofort an eine Spitzensportlerin – eine Spitzensportlerin im MINT-Bereich. Doch auch bei Wettbewerben ohne MINT-Bezug wie Jugend musiziert und Jugend debattiert ist sie dabei. An rund 15 verschiedenen Schülerwettbewerben hat sie bereits teilgenommen und viele Preise gewonnen. Dabei geht es ihr aber nicht nur um Sieg oder Platzierung: „Jede Teilnahme habe ich als Gewinn und Bereicherung empfunden“, sagt die Schülerin.

Musik ist Herausforderung und Entspannung zugleich

Die Musik spielt eine wichtige Rolle im Leben von Tara Moghiseh. Seit sie fünf Jahre alt ist, spielt sie Geige. Mit zehn Jahren kommt dann das Klavier hinzu. Aktuell ist sie im Sinfonieorchester des Landkreises Kaiserslautern aktiv und tritt regelmäßig bei Veranstaltungen und festlichen Anlässen auf. Für Tara Moghiseh schafft das Musizieren auf der Geige und dem Klavier einen willkommenen Ausgleich zu ihrem oftmals sehr MINT-lastigen Alltag – und ist dabei Herausforderung und Entspannung zugleich. 

Forschen und Lernen wie an der Uni

Neben den Wettbewerbsteilnahmen und ihrem musikalischen Engagement ist es Tara Moghisehs Interesse an Forschungsthemen im MINT-Bereich, das zur Folge hat, dass sie immer wieder Unterricht in ihrer Schule ausfallen lassen muss. Sie besucht Schülersymposien, Mathematikseminare und nimmt seit Sommer 2018 an der Biomathematik AG am Heidelberg Life-Science Lab teil. In dem außerschulischen Forschungszentrum hört sie Vorträge von Forschern und bearbeitet in Gruppen wissenschaftliche Fragestellungen. Sie ist begeistert von den vielfältigen Möglichkeiten zu lernen und zu forschen, die ihr dort geboten werden. Den Lernstoff, den sie dadurch im regulären Schulunterricht verpasst, holt sie selbstverständlich akribisch nach. 

Der Wunsch, Krebspatienten zu helfen

Die Krankheit Krebs spielt im Leben von Tara Moghiseh schon immer eine Rolle. Bereits in jungen Jahren erfährt sie durch Schicksalsschläge in ihrem Umfeld, wie schwer es ist, diese Krankheit zu heilen. Mit zwölf Jahren liest sie das Buch „Für Akkie“ von Jaques Vriens. Die auf wahren Gegebenheiten beruhende Geschichte eines an Leukämie erkrankten Mädchens bewegt sie sehr. Sie möchte selbst handeln und beginnt, sich intensiver mit dieser Krebsart zu beschäftigen. Bei einem Praktikum im Mannheimer Hämatologie-Labor lernt sie, wie man Leukämie diagnostiziert. Dafür werden die Leukozyten im Blut differenziert und klassifiziert. Ein zeitaufwändiges Verfahren. „Das muss schneller und effizienter möglich sein“, denkt sich die Schülerin und startet ihre Forschungsarbeit in diesem Bereich.

Erfolgreich bei Jugend forscht

Tara Moghisehs Forschung zielt insbesondere darauf ab, in der Krebsdiagnostik künftig künstliche Intelligenz einzusetzen. Zu diesem Zweck „füttert“ sie ihren Computer mit tausenden Blutbildern, durch die ihr selbst entwickelter Leukozytenklassifikator lernt, Regelmäßigkeiten und Unterschiede zu erkennen. Mit dem so Erlernten kann das Programm der Jungforscherin die fünf Haupttypen der Blutkörperchen unterscheiden und auszählen. Dabei erreicht ihre Software eine 98-prozentige Genauigkeit. Das ist ein großer Erfolg und ein wertvoller Beitrag, damit die Labordiagnostik in Zukunft schneller durchgeführt werden kann.

Tara Moghisehs Motivation bei der Arbeit an ihrem Projekt ist zunächst die stetige Verbesserung ihres Klassifikators. An eine Teilnahme am Wettbewerb Jugend forscht denkt sie erst einmal nicht. Eine Lehrerin überzeugt sie dann jedoch, sich mit ihrem vielversprechenden Projekt anzumelden. Ein Schritt, den sie nicht bereut: „Bei Jugend forscht trifft man viele Menschen, die so denken wie man selbst. Besonders den Austausch mit den anderen habe ich sehr genossen.“ Doch auch über diesen Aspekt hinaus entwickelt sich ihre Teilnahme zu einem großen Erfolg. Nach Siegen auf Regional- und Landesebene in Rheinland-Pfalz nimmt sie 2019 am Bundesfinale in Chemnitz teil. Sie hätte niemals damit gerechnet, dort schließlich auch noch den Bundessieg im Fachgebiet Arbeitswelt zu erringen. „Das war ein ganz besonderer Moment“, sagt Tara Moghiseh rückblickend.

Berufliche Zukunft in der medizinischen Forschung

Im Januar 2020 wird Tara Moghiseh ihr Abitur machen. Wie es danach weitergeht, hat sie noch nicht entschieden. Sie könnte sich aber gut vorstellen, Medizin in Heidelberg zu studieren und sich auf Onkologie zu spezialisieren. Auf jeden Fall will sie ihre Begabungen später dafür einsetzen, Fortschritte in der medizinischen Forschung zu erzielen. Das ihr dies gelingen wird, daran besteht bei der zielstrebigen Jungforscherin wenig Zweifel. 


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