Untersuchungen zur Bioakustik des Zwergfadenfisches Colisa lalia

1984 | Biologie | Baden-Württemberg

Untersuchungen zur Bioakustik des Zwergfadenfisches Colisa lalia

Teilnehmende

  • Stefan Schuster (17), Berglen-Rettersburg
    Georg-Büchner-Gymnasium, Winnenden

Preise

  • 1. Preis Biologie - Bundessieg

Projekt

Gebrüll im Aquarium

Untersuchungen zur Bioakustik des Zwergfadenfisches Colisa lalia

Fische sind keineswegs stumm. Das weiß die Wissenschaft schon lange. Ein Glück für Aquarienhalter, daß das Geschnatter im Wasser für menschliche Ohren nicht hörbar ist. Stefan Schuster hat es stattdessen sichtbar gemacht. Er rückte dem Lautrepertoire des Zwergfadenfisches, der üblicherweise im Monsunschwemmland des Indus und Ganges herumlärmt, im Aquarium mit hochempfindlichen Mikrophonen und einen Oszillographen auf den Leib, der die Töne sichtbar macht. Neben einem bescheidenen Spektrum "mechanischer" Laute, einem Knirschen beim Kauen und einem Rasseln beim Atmen, fand Stefan einen interessanten anderen Laut: Den Schnarrlaut. Das ist ein sogenannter "Explosivlaut", der kurz und heftig ausgestoßen wird. Doch warum schreit der kleine Fisch? Aus reinem Selbstschutz, wie Stefan fand. Wenn das männliche Fadenfischlein sein Netz baut, in das bald darauf ein Weibchen ablaichen soll, möchte er sich die Konkurrenz verständlicherweise vom Leibe halten. Naht nun ein frecher Eindringling, wird er – getreu dem Motto: Angriff ist die beste Verteidigung – kurz und bündig angebrüllt und ergreift meist sprachlos die Flucht. Die derart barsch Abgewiesenen nehmen sich den Angriff zu Herzen und fangen selbst zu bauen an: die Anzahl der Schnarrlaute in einer Population scheint entscheidend für die Synchronisation des Nestbaues und des Ablaichens zu sein. Geschrien wird im festen Rhythmus. Während der Fadenfisch in der Dunkelheit verstummt, macht er um die Mittagszeit den größten Lärm. In der Kälte verschlägt es ihm die Stimme, bei Temperaturen unter 22 Grad hält der Fisch das Maul, bei 27 Grad riskiert er die größte Klappe und: mißlungene Paarungsversuche fördern den allgemeinen Aggressionsdrang und damit auch das Geschrei. Dank der Evolution, die ein solches Wehgeschrei bei Menschen ausgemerzt hat; es wäre sonst vor Lärm nicht auszuhalten.

 

Cookie-Einstellungen

Wir nutzen Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzung unserer Webseite zu ermöglichen und unsere Kommunikation mit Ihnen zu verbessern. Wir berücksichtigen Ihre Auswahl und verwenden nur die Daten, für die Sie uns Ihr Einverständnis geben.

Diese Cookies helfen dabei, unsere Webseite nutzbar zu machen, indem sie Grundfunktionen wie Seitennavigation und Zugriffe auf sichere Bereiche ermöglichen. Unsere Webseite kann ohne diese Cookies nicht richtig funktionieren.

Diese Cookies helfen uns zu verstehen, wie Besucher mit unserer Webseite interagieren, indem Informationen anonym gesammelt werden. Mit diesen Informationen können wir unser Angebot laufend verbessern.