Chromatographische Trennung der Isochinolinalkaloide des Chelidonium maius und Versuche zu ihrer spektroskopischen Identifizierung

1988 | Chemie | Bayern

Chromatographische Trennung der Isochinolinalkaloide des Chelidonium maius und Versuche zu ihrer spektroskopischen Identifizierung

Teilnehmende

  • Sebastian Broecker (21), Würzburg
    Firma E. Merck, Darmstadt

Preise

  • 5. Preis Chemie

Projekt

Stoffe aus dem Schöllkraut

Chromatographische Trennung der Isochinolinalkaloide des Chelidonium maius und Versuche zu ihrer spektroskopischen Identifizierung

Der alkaloidhaltige Saft des Chelidonium maius (dt.: u.a. auch Schöllkraut) findet schon seit der Antike vielerlei Anwendungen in der Medizin. Gerade in neueren Veröffentlichungen finden sich viele Hinweise für die weitreichende pharmakologische Wirkung des Schöllrautsekrets. Nachdem ich in meiner vorigen Arbeit die Gesamttrennung der für die Heilwirkung des Sekrets verantwortlichen Isochinolialkaloide verbessert habe, widmete ich mich in dieser Arbeit unter anderen der Verbesserung der Einzelauftrennung dieser Stoffe. Dabei wandte ich unterschiedliche chromatographische Verfahren an (dies sind Trennverfahren, welche die unterschiedlichen Wanderungsgeschwindigkeiten verschiedener Stoffe zur Auftrennung von Stoffgemischen benutzen), um so eine möglichst große Effektivität zu erzielen. Nach diesen Trennungsvorgängen wandte ich das Verfahren der High-Performance (bzw. Pressure)-Liquid-Chromatography (HPLC) an, um einige der Alkaloide zu isolieren. Diese Prüöarate untersuchte ich anschließend mit spektrographischen Verfahren (Ir-, MS, NMR-Spekt.) So gelang es mir durch systematische Vorgehensweise, die Trennleistung für die Stoffgruppe zu erhöhen, diese Stoffe unzersetzt zu isolieren und schließlich einige davon durch ausgewählte spektroskopische Methoden zu identifizieren. Diese Arbeit vervollständigt daher meine dreijährige Forschungsarbeit über die Alkaloide des Schöllkrauts. Die Isolierung und Identifizierung dieser Wirkstoffe steht in jüngerer Zeit besonders im Interesse der Chemie und Pharmazie, da man ständig neue Anwendungsgebiete dieser Stoffe findet. So konnte jüngst eine krebshemmende Wirkung eines Chelidoniumalkaloid nachgewiesen werden. Nicht umsonst riet schon 1737 der Arzt Dr. Erhardt: "... Schellwurzwasser heilt sogar den Krebs ..."

 

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