Mit Nistkästen, Mikrokapseln und KI-Sprachmodell zum Erfolg
Hamburg/Schwarzheide, 27. März 2026
Acht junge MINT-Talente aus Brandenburg qualifizieren sich für das 61. Bundesfinale von Jugend forscht
Für den 61. Bundeswettbewerb von Jugend forscht haben sich acht talentierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Brandenburg qualifiziert. Die Landessiegerinnen und Landessieger wurden gestern in Anwesenheit von Tobias Dünow, Staatssekretär für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, in Schwarzheide ausgezeichnet. Beim diesjährigen Landeswettbewerb, ausgerichtet von der BASF lnfraService & Solutions Lausitz GmbH, präsentierten 38 Jungforscherinnen und Jungforscher insgesamt 26 Forschungsprojekte.
Landessieger im Fachgebiet Arbeitswelt wurde Moritz Günther (16) vom Immanuel-Kant-Gymnasium Teltow. Er entwickelte ein Ultraschallsystem zur berührungslosen Gestenerkennung. Mithilfe eines mikroelektromechanischen Sensors werden Handbewegungen erfasst und über Signalverarbeitung sowie einen Dynamic-Time-Warping-Algorithmus erkannt. Das System ermöglicht eine intuitive, datenschutzfreundliche Mensch-Maschine-Interaktion.
Elsa Lehnert (16) vom Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium in Frankfurt (Oder) siegte im Fachgebiet Biologie. Sie untersuchte, in welchem Umfang Vögel in dünn besiedelten Regionen Plastik zum Nestbau verwenden. Dazu verglich sie Nistkästen in der Nähe von Höfen mit natürlichen Nestern in abgelegenen Gebieten. Ihre Ergebnisse zeigen, dass Vögel nahe menschlicher Siedlungen deutlich häufiger synthetische und grell gefärbte Materialien nutzen.
Über den Chemie-Landessieg freute sich Shaoxuan Wang (18) vom Gymnasium Villa Elisabeth in Wildau. Am Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie entwickelte sie intelligente Mikrokapseln zum Einnehmen, die als Depot für Insulin fungieren und den Wirkstoff abhängig vom Glucosespiegel freisetzen. Ihr Verfahren könnte künftig eine automatische Insulinabgabe bei Diabetes ermöglichen.
In Geo- und Raumwissenschaften überzeugten Hilda Jorke Kuna (17) und Ino Christoph Bleckmann (18) vom Bertha-von-Suttner-Gymnasium Babelsberg in Potsdam die Jury. Sie untersuchten die Waldbrandaktivität vergangener Jahrtausende in Brandenburg anhand von Seesedimenten als natürlichem Archiv. Durch die Analyse von Holzkohlepartikeln rekonstruierten sie frühere Brandereignisse und zeigten, wie Veränderungen von Klima, Vegetation und menschlicher Nutzung mit Waldbränden zusammenhängen könnten.
Magnus Schlinsog (18) vom Humboldt-Gymnasium Potsdam siegte in Mathematik/Informatik. Der Jungforscher entwickelte ein KI-Sprachmodell, das Texte automatisch in leichter Sprache formuliert. Durch gezieltes Training und unter Berücksichtigung von Feedback aus der Praxis konnte er die Verständlichkeit der ausgegebenen Antworten deutlich verbessern. So wird Menschen mit Lernschwierigkeiten die Nutzung von KI erleichtert. Das Modell läuft auf günstiger Hardware und ist frei verfügbar.
Physik-Landessiegerin Nanami Kurzweil (16) vom Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium in Frankfurt (Oder) entwarf eine Methode, um Wärmeverluste großer Industrieanlagen sichtbar zu machen. Mithilfe von Drohnenaufnahmen, Thermografie und Fotogrammetrie erstellte sie das 3D-Modell eines Zementwerks, in dem Oberflächen entsprechend ihrer Temperatur dargestellt sind. So lassen sich energetische Schwachstellen schnell erkennen.
Mit dem Landessieg im Fachgebiet Technik wurde Gustav Moeck (16) vom Marie-Curie-Gymnasium Wittenberge ausgezeichnet. Bei der DeltaSigma Analytics GmbH in Magdeburg konstruierte er ein leichtes, kostengünstiges Mikroskop, mit dem sich Materialstrukturen direkt vor Ort untersuchen lassen. Durch optische Auslegung, CAD-Konstruktion und 3D-Druck entstand ein mobiles System, das an einem Eisenträger getestet wurde und Bauwerksprüfungen schneller und einfacher machen kann.
Nach den Landeswettbewerben im März und April findet das 61. Bundesfinale vom 28. bis 31. Mai 2026 in Herzogenaurach statt. Gemeinsame Ausrichter sind die Stiftung Jugend forscht e. V. und Schaeffler als Bundespatenunternehmen.
Pressekontakt:
Stiftung Jugend forscht e. V.
Dr. Daniel Giese
Baumwall 3
20459 Hamburg
Tel.: 040 374709-40
E-Mail: presse(at)jugend-forscht.de
www.jugend-forscht.de
- Weitere Infos zum Download:
Jugend_forscht_Pressemitteilung_Landeswettbewerb_Brandenburg-2026.pdf

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