Mit Löschigel, Brennnesseljauche und Schottergärten zum Erfolg

Hamburg/Ludwigshafen, 25. März 2021

Zwölf junge MINT-Talente aus Rheinland-Pfalz qualifizieren sich für das 56. Bundesfinale von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb

Michael Behrens (li.) und Tillman Keller, Landessieger Technik 2019

Für den 56. Bundeswettbewerb von Jugend forscht haben sich zwölf talentierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Rheinland-Pfalz qualifiziert. Die Landessiegerinnen und Landessieger wurden heute in Ludwigshafen ausgezeichnet. Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig nahm online an der Preisverleihung teil. Beim diesjährigen Online-Landeswettbewerb, ausgerichtet von der BASF SE, präsentierten 43 Teilnehmende insgesamt 33 Forschungsprojekte.

Landessieger im Fachgebiet Arbeitswelt wurde Jan Heinemann (18) vom Bertha-von-Suttner-Gymnasium Andernach. Sein weiterentwickelter "Löschigel" wird am Ende eines Feuerwehrschlauchs aufgesetzt und zerstäubt das Löschwasser mittels spezieller Düsen, was die Löschwirkung entscheidend erhöht. David Sauer (17) vom Gymnasium am Kaiserdom in Speyer siegte in Biologie. Er analysierte die chemische Zusammensetzung von Brennnesseljauche, um ihrer unkrautvernichtenden Wirkung auf den Grund zu gehen. Mit seiner Forschung will er einen Beitrag zur Entwicklung neuer Herbizide für die Landwirtschaft leisten.

Da Grillkohle häufig aus dem Holz von Tropenwäldern gewonnen wird, suchten Pauline Fesser (17) und Helena Dillmann (17) von der Maria Ward-Schule in Mainz nach einem alternativen Brennmaterial. Die Chemie-Landessiegerinnen fanden heraus, dass sich eine Mischung aus Pflaumenkernen und Laub am besten als Ersatzstoff eignet. In Geo- und Raumwissenschaften überzeugten Felix Heim (19) und Florian Heim (19) vom Privaten Johannes-Gymnasium in Lahnstein die Jury. Sie untersuchten die Klimaverträglichkeit von Schottergärten im Vergleich zu Rasenflächen. Dafür ermittelten sie mithilfe von Sensoren und selbst konstruierten Messgeräten wesentliche Parameter des jeweiligen Mikroklimas.

Den Landessieg in Mathematik/Informatik errangen Mario Schweikert (17) vom Leibniz-Gymnasium Neustadt und Maria-Theresa Licka (17) von der Elisabeth-von-Thadden-Schule in Heidelberg. Sie programmierten eine App, die Winzer über den aktuellen Schädlingsbefall von Weinblättern informiert. Ihre Software nutzt eine künstliche Intelligenz (KI), die Daten von Handyfotos auswertet. Hugo Hager Fernández vom Gymnasium am Kurfürstlichen Schloss in Mainz setzte sich im Fachgebiet Physik durch. Er entwickelte einen innovativen Algorithmus zur Analyse der Wechselwirkung von Elektronen in Festkörpern. Mit seinem Projekt will der 19-Jährige neue Einblicke in die Festkörperphysik ermöglichen.

Iona Kuhn (18) und Jannis Keller (17) vom Otto-Schott-Gymnasium Mainz-Gon­senheim sicherten sich den Landessieg im Fachgebiet Technik. Die beiden bauten eine autonome Gangschaltung für Fahrräder. Sie wird mit einer Batterie betrieben und ist so programmiert, dass sie die jeweilige Fahrweise bestmöglich unterstützt. Mit dem Landessieg für die beste interdisziplinäre Arbeit wurde Benedict May (15) vom Bischöflichen Cusanus-Gymnasium in Koblenz ausgezeichnet. Er befasste sich mit der Funktionsweise sogenannter AP-Sensoren, das sind Halbleiterdetektoren zur Lichtmessung. Es gelang ihm, das Modell eines solchen Sensors nachzubauen und damit einfache Schwarz-Weiß-Bilder zu erstellen.

Nach den Landeswettbewerben im März und April findet das 56. Bundesfinale vom 26. bis 30. Mai 2021 als Online-Veranstaltung statt. Gemeinsame Ausrichter sind die Stiftung Jugend forscht e. V. und das Science Center experimenta in Heilbronn als Bundespate.

Pressekontakt:
Stiftung Jugend forscht e. V.
Dr. Daniel Giese
Baumwall 3
20459 Hamburg
040 374709-40
presse(at)jugend-forscht.de
www.jugend-forscht.de


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