Jugend forscht – mit Titandioxid, Galaxiekern und Roboterarm zum Erfolg
Hamburg, 10. April 2026
Zehn junge MINT-Talente aus Hamburg qualifizieren sich für das 61. Bundesfinale von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb
Für den 61. Bundeswettbewerb von Jugend forscht haben sich zehn junge MINT-Talente aus Hamburg qualifiziert. Die Landessiegerinnen und Landessieger wurden heute in Anwesenheit von Katharina von Fintel, Staatsrätin für den Bereich Schule und Berufsbildung in der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung, ausgezeichnet. Beim diesjährigen Landeswettbewerb, ausgerichtet vom Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY, präsentierten 52 Jungforscherinnen und Jungforscher 30 Forschungsprojekte.
Den Landessieg im Fachgebiet Biologie errangen Milena Zoe Iglesias Berestan (17), Bruno Osmar Reich (18) und Solana Sandleris (18) vom Colegio Pestalozzi in Buenos Aires. Am Instituto de Investigación en Biomedicina de Buenos Aires untersuchten sie, wie blaues, weißes und warmes Bildschirmlicht Zellprozesse und den Schlafrhythmus beeinflussen. In Laborversuchen analysierten sie Zellreaktionen unter Lichtexposition und beobachteten das Schlafverhalten von Fliegen.
Chemie-Landessieger wurde Konstantin Coridaß (16) vom Schülerforschungszentrum Hamburg. Er erforschte die Möglichkeiten der Energiegewinnung mittels photokatalytischer Wasserspaltung. Dabei suchte der Jungforscher nach einem nachhaltigen Material für die Katalyse. Er setzte auf Titandioxid, dessen Effizienz im sichtbaren Licht er durch die Sensibilisierung mit Chlorophyll und die Modifikation mit Goldnanopartikeln verbessern konnte.
Ayşe Melike Acar (17) und Esra Erdem (17) vom Istanbul Erkek Lisesi siegten im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften. Sie analysierten den aktiven Galaxiekern Blazars S5 0716+714 anhand von NASA-Beobachtungsdaten der letzten zehn Jahre, um zu verstehen, wie sich seine Helligkeit verändert und wie sein Materiestrahl aufgebaut ist. Dabei fanden sie regelmäßige Muster in der Helligkeit sowie Hinweise auf Schockwellen und eine komplexe Struktur aus mehreren Emissionsbereichen und Magnetfeldern.
Ebenfalls in Geo- und Raumwissenschaften erfolgreich war Jonas Kubelke (16) vom Schülerforschungszentrum Hamburg. Der Jungforscher entwickelte einen virtuellen Segeltrainer. Dieser wertet die GPS-Daten der Fahrtrouten von Segelbooten aus und ermittelt auf dieser Grundlage Informationen zu Wenden und Windrichtung. Anschließend analysiert und bewertet er die Manöver. So können Training und Technik gezielt optimiert werden.
Ein faires Zuteilungsverfahren, das Schülerinnen und Schüler anhand ihrer Präferenzen auf begrenzte Kurse oder Projekte an Schulen verteilt, entwickelte Finian Markwardt von der Stadtteilschule Winterhude. Ein ausgeklügelter Algorithmus bringt dabei die individuellen Wünsche mit den Platzkapazitäten in Einklang und nutzt bei Konflikten einen Zufallsmechanismus. Auf diese Weise wird eine große Passgenauigkeit erzielt. Der 18-Jährige überzeugte die Jury im Fachgebiet Mathematik/Informatik.
Mit dem Landessieg im Fachgebiet Physik wurde Eva Shi (17) vom Schülerforschungszentrum Hamburg ausgezeichnet. Sie entwickelte einen Prototyp zur elektromagnetischen Positionierung eines Permanentmagneten. Ihr Verfahren könnte künftig beispielsweise zur magnetischen Steuerung von Mikrorobotern im Medizinbereich genutzt werden.
Den Technik-Landessieg erhielt Jacob Utermöhlen (17) vom Gymnasium Hochrad. Der Jungforscher konstruierte einen kostengünstigen und intuitiv steuerbaren Roboterarm mit eigener Mechanik, Elektronik und Software, der sich in sechs Richtungen im Raum bewegen kann. Der Arm weist eine hohe Nutzlast auf und erreicht eine hohe Wiederholgenauigkeit. Zu viel Spiel kompensiert er per Sensorik.
Nach den Landeswettbewerben im März und April findet das 61. Bundesfinale vom 28. bis 31. Mai 2026 in Herzogenaurach statt. Gemeinsame Ausrichter sind die Stiftung Jugend forscht e. V. und Schaeffler als Bundespatenunternehmen.
Pressekontakt:
Stiftung Jugend forscht e. V.
Dr. Daniel Giese
Baumwall 3
20459 Hamburg
Tel.: 040 374709-40
E-Mail: presse(at)jugend-forscht.de
www.jugend-forscht.de
- Weitere Infos zum Download:
Jugend_forscht_Pressemitteilung_Landeswettbewerb_Hamburg_2026.pdf

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