Jugend forscht – mit Drohnenabwehr, Stomata und Ingwer zum Erfolg
Hamburg/Kiel, 25. März 2026
Neun junge MINT-Talente aus Schleswig-Holstein qualifizieren sich für das 61. Bundesfinale von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb
Für den 61. Bundeswettbewerb von Jugend forscht haben sich neun talentierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Schleswig-Holstein qualifiziert. Die Landessiegerinnen und Landessieger wurden heute in Kiel ausgezeichnet. Beim diesjährigen Landeswettbewerb, ausgerichtet von der Technischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, präsentierten 30 Jungforscherinnen und Jungforscher insgesamt 18 Forschungsprojekte.
Einen Landessieg im Fachgebiet Arbeitswelt errangen Fabian Stamer (19), Hanna Svea Deprez (19) und Abdulghani Chaudhary (19) vom Berufsbildungszentrum Norderstedt. Die drei entwickelten ein digitales System zur Anwesenheitserfassung im Klassenraum. Schülerinnen und Schüler melden sich dabei über RFID/NFC-Chips selbstständig an. So entsteht automatisch eine Anwesenheitsliste. Tests zeigten, dass im Vergleich zur Nutzung herkömmlicher Anwendungen Unterrichtszeit eingespart wird, ohne dass sich die Zuverlässigkeit der Daten verringert.
Ebenfalls in Arbeitswelt siegten Christoph Julius von Rodbertus (17) und Philipp Grieffenhagen (17) von der Stiftung Louisenlund in Güby. Die beiden präsentierten ein KI-gestütztes System, das unerwünschte Drohnen in einem Luftraum frühzeitig erkennt. Eine stationäre Kamera überwacht dabei den betreffenden Bereich und meldet verdächtige Flugobjekte. Nach Bestätigung startet eine Abwehrdrohne und trägt eine stark trübende Flüssigkeit auf der Kamera des fremden Fluggeräts auf. So wird dessen Sicht blockiert, ohne die Drohne zu beschädigen.
Paul Brock vom Schülerforschungszentrum Kieler Forschungswerkstatt überzeugte die Jury im Fachgebiet Biologie. Der 16-Jährige untersuchte, ob Schallwellen die Spaltöffnungen, sogenannte Stomata, von Pflanzen beeinflussen. Experimente mit Giersch zeigten, dass bestimmte Frequenzen die Poren öffnen oder schließen können. Dies könnte helfen, Wasserverlust zu reduzieren oder Dünger gezielter aufzunehmen – ein möglicher Ansatz für eine effizientere Landwirtschaft.
Mit einem weiteren Landessieg in Biologie wurde Maxima-Soraya Svensson (18) von der Hermann-Tast-Schule in Husum ausgezeichnet. Sie untersuchte die antibakterielle Wirkung von Zwiebel, Ingwer und Manuka-Honig auf das Bakterium E. coli und verglich diese mit dem Antibiotikum Doxycyclin. Ihre Experimente zeigten, dass auch Naturstoffe das Bakterienwachstum hemmen können – besonders Ingwer- und Zwiebelextrakte. Die Ergebnisse der Jungforscherin liefern Hinweise für die weitere Forschung zu pflanzlichen Wirkstoffen.
Mit der Frage, wie sich der Kunststoff Polyethylcyanacrylat aus Sekundenkleber unter veränderten Reaktionsbedingungen herstellen lässt, befassten sich die Chemie-Landessieger Vincent Habetha (17) und Liam Simmons (16) vom Schülerforschungszentrum Kieler Forschungswerkstatt. Durch Anpassung von Lösungsmittel, Temperatur und Initiator konnten sie Eigenschaften wie Elastizität und Stabilität beeinflussen. Ihre Erkenntnisse könnten herangezogen werden, um einen gut recycelbaren Kunststoff für konventionelle Anwendungen zu produzieren.
Nach den Landeswettbewerben im März und April findet das 61. Bundesfinale vom 28. bis 31. Mai 2026 in Herzogenaurach statt. Gemeinsame Ausrichter sind die Stiftung Jugend forscht e. V. und Schaeffler als Bundespatenunternehmen.
Pressekontakt:
Stiftung Jugend forscht e. V.
Dr. Daniel Giese
Baumwall 3
20459 Hamburg
Tel.: 040 374709-40
E-Mail: presse(at)jugend-forscht.de
www.jugend-forscht.de
- Weitere Infos zum Download:
Jugend_forscht_Pressemitteilung_Landeswettbewerb_Schleswig-Holstein_2026.pdf

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