Jugend forscht – erfolgreich mit KI, Ameisen und Velopropter

Hamburg/Bochum, 19. März 2026

15 MINT-Talente aus Nordrhein-Westfalen qualifizieren sich für das 61. Bundesfinale von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb

Ben Eric Wagner, Sophie Klara Michelle Schubert und Lotta Pauline Flühe (v. l.n.r.) gewannen 2025 den Landessieg im Fachgebiet Biologie

Für den 61. Bundeswettbewerb von Jugend forscht haben sich 15 junge MINT-Talente aus Nordrhein-Westfalen qualifiziert. Die Landessiegerinnen und Landessieger wurden heute in Bochum ausgezeichnet. Beim diesjährigen Landeswettbewerb, gemeinsam ausgerichtet von der Ruhr-Universität Bochum, der Bayer AG und der Henkel AG & Co. KGaA, präsentierten 76 Jungforscherinnen und Jungforscher insgesamt 47 Forschungsprojekte.

Landessieger im Fachgebiet Arbeitswelt wurde Rezan Aaron Yalçin (14) vom Städtischen Gymnasium Rheinbach. Er programmierte eine digitale Plattform, über die Jugendliche ab 14 Jahren, transparent und moderiert vermittelt, Gelegenheitsjobs von lokalen Anbietern finden können.

Ebenfalls in Arbeitswelt siegten Henry Theo Wittkop (17), Maximiliane Falke (18) und Moritz Vogt (17) vom Gymnasium Holthausen in Hattingen. Sie entwickelten eine App, die Schülerinnen und Schüler unterstützt, einen kritischen und datenschutzbewussten Umgang mit KI zu erlernen.

Den Biologie-Landessieg errangen Annelie Sunkomat (18) und Noah Mannino (20) von der Sternwarte Neanderhöhe Hochdahl in Erkrath. Sie befassten sich mit der Schwarmintelligenz bestimmter Ameisenarten und untersuchten, wie sich erfolgreiche Strategien der Tiere für gesellschaftliche Systeme nutzen lassen.

Oliver Westdickenberg (17) vom Städtischen Einhard-Gymnasium Aachen überzeugte im Fachgebiet Chemie. Er modifizierte das Schmerzmittel Ibuprofen so, dass der Wirkstoff erst im Blut freigesetzt wird, was eine mögliche Reizung des Magen-Darm-Trakts verhindert.

Matti Pardon (17), Elisa Diedrich (17) und Ida Lemkau (18) vom Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium Münster siegten in Geo- und Raumwissenschaften. Sie untersuchten das Doppelsternsystem Mizar A und zeigten, dass sich die genutzte Spektrographie-Methode für die Analyse weiterer Doppelsternsysteme eignet.

Victor Gurbani (17) von der Deutschen Schule Madrid setzte sich im Fachgebiet Mathematik/Informatik durch. Mit mathematischen und informatischen Methoden verglich er klassische Klavierstücke und konnte musikalische Merkmale wie Harmonie, Melodie und Rhythmus auf innovative Weise dreidimensional visualisieren.

Welche physikalischen Faktoren die Laufzeit einer Sanduhr bestimmen, erforschte Tim Kammel (18) vom Engelbert-Kaempfer-Gymnasium in Lemgo. Die Erkenntnisse des Physik-Landessiegers zum Verhalten des Sandes ließen sich dafür nutzen, komplexe Prozesse etwa im Verkehr besser zu verstehen.

Ebenfalls im Fachgebiet Physik siegte Qingyan Li (18) vom Gymnasium am Moltkeplatz in Krefeld, der ein komplexes, nichtlineares Phänomen erforschte: wenn nämlich ein zunächst an einer Zimmerdecke befestigtes Seil hinunterfällt und dabei durch interne Energieübertragung Teile des Seils stärker als im freien Fall beschleunigt werden.

Technik-Landessieger Jonte Puschmann (16) vom Berufskolleg Rheine des Kreises Steinfurt optimierte einen Velopropter. Das zweirädrige Fahrzeug ohne Fahrer stabilisiert sich eigenständig: Es wird allein durch den gezielt gesteuerten Schub zweier Propeller im Gleichgewicht gehalten.

Einen weiteren Landessieg in Technik erhielt Tim Justus Löffler (18) vom Gymnasium Essen-Werden. Er entwickelte ein kostengünstiges, einfach nutzbares 3-D-Tracking-System, das die genaue Positionsbestimmung von Personen oder Objekten in Innenräumen ermöglicht und etwa zur automatischen Steuerung von Bühnenlicht eingesetzt werden kann.

Nach den Landeswettbewerben im März und April findet das 61. Bundesfinale vom 28. bis 31. Mai 2026 in Herzogenaurach statt. Gemeinsame Ausrichter sind die Stiftung Jugend forscht e. V. und Schaeffler als Bundespatenunternehmen.

Pressekontakt:
Stiftung Jugend forscht e. V.
Dr. Daniel Giese
Baumwall 3
20459 Hamburg
Tel.: 040 374709-40
E-Mail: presse@jugend-forscht.de
www.jugend-forscht.de

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