Erfolgreich mit Pilzmyzel, Schmerzmittel und 3D-Drucker
Hamburg/Darmstadt, 19. März 2026
16 junge MINT-Talente aus Hessen qualifizieren sich für das 61. Bundesfinale von Jugend forscht
Für den 61. Bundeswettbewerb Jugend forscht haben sich 16 junge MINT-Talente aus Hessen qualifiziert. Die Landessiegerinnen und Landessieger wurden heute in Darmstadt ausgezeichnet. Beim diesjährigen Landeswettbewerb, ausgerichtet von Merck, präsentierten 76 Teilnehmerinnen und Teilnehmer insgesamt 39 Forschungsprojekte.
Landessiegerinnen im Fachgebiet Arbeitswelt wurden Maja Eberl (18), Liv Borosch (17) und Xiyan Cui (17) von der Internatsschule Schloss Hansenberg in Geisenheim. Die drei erforschten, wie die Herstellung von Pilzmyzel verändert werden müsste, um die Materialeigenschaften dieses nachhaltigen Baustoffs zu optimieren, und zeigten, dass Myzelverbundstoffe für nichttragende Bauteile großes Potenzial besitzen.
In Geo- und Raumwissenschaften überzeugten Nikolas Heinz (18), Sven Neehuis (19) und Julia Fautz (17) vom Physikalischen Verein in Frankfurt a. M. die Jury. Sie wiesen nach, dass sich aktive Galaxienkerne mithilfe spektroskopischer Messungen auch mit einem Amateurteleskop in die Typen Seyfert 1 und 2 einordnen lassen und dabei auch Hinweise auf supermassereiche Schwarze Löcher in ihrem Zentrum gefunden werden können.
Luis Yuchen Mao (16), Jano Zabel (17) und Philip Anton Thierfelder (17) vom Kaiserin-Friedrich-Gymnasium Bad Homburg v. d. Höhe siegten im Fachgebiet Chemie. Sie entwickelten eine Software zur automatischen Auswertung sogenannter NMR-Spektren und zeigten, wie der menschliche Arbeitsaufwand bei der Stoffidentifikation durch digitale Methoden künftig stark reduziert werden könnte.
Ebenfalls in Chemie erfolgreich waren Maren Teltschik (17) und Larissa Rado (17) vom Jugend forscht MakerLab am Schuldorf Bergstraße in Seeheim-Jugenheim, die eine Methode präsentierten, um Diclofenac aus Wasser zu entfernen. Dabei wird das Schmerzmittel an speziell beschichteten magnetischen Nanopartikeln gebunden und anschließend per Magnet herausgefiltert – ein vielversprechender Ansatz zur Verbesserung der Trinkwasserqualität.
Milosch Füllgraf (17) von der Internatsschule Schloss Hansenberg in Geisenheim zeigte, dass ähnliche Lerninhalte in digitalen Karteikarten die Wiedergabewahrscheinlichkeit beeinflussen. Darauf aufbauend entwickelte der Landessieger im Fachgebiet Mathematik/Informatik ein mathematisches Modell, um Lernalgorithmen zu optimieren und so die Effektivität des künftigen Lernens zu steigern.
Physik-Landessieger Jannis Müller (15) von der Lahntalschule Biedenkopf untersucht die physikalischen Grundlagen der Spektroskopie, indem er ein defektes Schulspektroskop reparierte, digitalisierte und für Messungen nutzte. So konnte er zeigen, wie sich Licht zur Analyse von Stoffen und ihren Eigenschaften einsetzen lässt.
Einen mobilen 3D-Drucker, der sich während des Druckens selbstständig bewegt und Objekte in einzelnen Abschnitten herstellt, baute Tom Bernhardt (17) vom SchülerForschungsZentrum Nordhessen der Universität Kassel. Durch diesen Ansatz des Technik-Landessiegers lassen sich Bauteile nahezu unbegrenzt groß und dennoch präzise fertigen.
Mit dem Landessieg für das beste interdisziplinäre Projekt wurden Samuel Zeinali Yazdi (17) und Noah Zeinali Yazdi (17) aus Taunusstein ausgezeichnet. Sie entwarfen ein dezentrales Internettelefonsystem, das ohne klassische Anbieter funktioniert und durch moderne Verschlüsselung sowie Anonymisierungstechniken Gespräche vor dem Abhören schützt.
Nach den Landeswettbewerben im März und April findet das 61. Bundesfinale vom 28. bis 31. Mai 2026 in Herzogenaurach statt. Gemeinsame Ausrichter sind die Stiftung Jugend forscht e. V. und Schaeffler als Bundespatenunternehmen.
Pressekontakt:
Stiftung Jugend forscht e. V.
Dr. Daniel Giese
Baumwall 3
20459 Hamburg
Tel.: 040 374709-40
E-Mail: presse(at)jugend-forscht.de
www.jugend-forscht.de
- Weitere Infos zum Download:
Jugend_forscht_Pressemitteilung_Landeswettbewerb_Hessen__2026.pdf

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