Flexibles Meßsystem zur zentralgesteuerten Gewässerüberwachung
1988 | Umwelt | Baden-Württemberg
Teilnehmende
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Anrdeas Foltinek (21), LudwigsburgNachschubbattaillon, Veitshöchheim
Projekt
Flexibles Meßsystem zur zentralgesteuerten Gewässerüberwachung
Computertechnik im Dienste des Umweltschutzes – so könnte ebenfalls der Titel meiner Arbeit lauten. Denn der Hauptgrund dieser Entwicklung war für mich die hohe Schadstoffbelastung unserer Flüsse, die trotz Gegenmaßnahmen noch nicht auf ein tragbares Maß zurückgegangen ist. eine der Ursachen dafür sind die zu hohen Schadstoffeinleitungen der Industrie. Da Übertretungen, im Bezug auf die genehmigten Mengen, bei den jetzigen stichprobenartigen Kontrollen kaum aufzudecken sind, habe ich diese Problematik untersucht. Das Ergebnis war die Erforderlichkeit eines Meßsystems, das die Gewässerqualität, speziell bei Industieeinleitungen, permanent überwachen kann. Um einen erfolgreichen Betrieb zu gewährleisten, wurden bei der Entwicklung folgende Kriterien zu Grunde gelegt: Geringe Kosten, hohe Flexibilität, permanete Überwachung (keine sogenannte Nacht- und Nebelaktionen mehr möglich), automatische Probenentnahme (juristischer Beweis gegen Verursacher), zentrale und schnelle Speicher- und Auswertmöglichkeiten. Anhand dieser Kriterien entstand ein Konzept, das sich von den bereits auf dem Markt befindlichen Meßsystemen grundlegend unterscheidet. Es besteht aus einem beispielsweise in Behörden installierten Zentralrechner und vielen Meßstationen, die am Ufer bzw. an Abwassereinleitungen eines Gewässers verteilt sind. Dadurch kann nicht nur eine Stelle, sondern ein ganzer Gewässerabschnitt zentral überwacht werden. Der Zentralrechner, mit dem alle Meßstationen über Funk verbunden sind, steuert den gesamten Ablauf bzw. übernimmt die Alarmierung und die Abspeicherung der Meßergebnisse und deren Auswertung. Um nur die eingeleiteten Abwässer zu kontrollieren, besitzt jede Meßsstation neben dem Steuercomputer und der Funkelektronik, die am Ufer stehen, zwei im Wasser schwimmende Sensorträger (je vor und nach der Einleitung), durch die so ermittelten Differenzwerte können auch die Faktoren bestimmt werden, die Ursache der Einleitung sind. Durch einen speziellen, modularen Aufbau der Sensorträger ist es sehr einfach, die Meßmodule auszuwechseln und so jede Meßstation individuell, in Form von speziellen Meßfühlern, aufzubauen. Um einen "Wasserstand" festzuhalten, ist zusätzlich die Möglichkeit gegeben, automatisch Wasserproben entnehmen zu lassen. dazu können Grenzen festgelegt werden, bei deren Überschreitung automatisch eine Probenentnahme bzw. eine Alarmmeldung stattfindet. Die Vorteile, die dieses System im Vergleich zu den herkömmlichen Testmethoden bietet, liegen in der permanenten Überwachung und der automatischen Alarmierung bzw. Probenentnahme. Die findet jedoch nicht wie herkömmlich z. B. nur alle 10 km statt, sondern bei jeder Abwassereinleitung. Dadurch kann ein eventueller Verursacher genau ermittelt werden, auch wenn es sich um geringe, regemäßige Übertretungen handelt. Darüber hinaus könnte dieses Meßsystem mit gerinen Änderungen auch zur Überwachung anerer Medien, wie Luft oder festen Stoffen bzw. zur Prozeßüberwachung in der Chemie eingesetzt werden.
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