Die Rotwangen-Schmuckschildkröte in der Aquarienhaltung – ein biologisches Porträt

1988 | Biologie | Rheinland-Pfalz

Die Rotwangen-Schmuckschildkröte in der Aquarienhaltung – ein biologisches Porträt

Teilnehmer

  • Edgar Lehr (18), Waldalgesheim
    Staatliches Stefan-George-Gymnasium, Bingen

Preise

  • 4. Preis Biologie

Projekt

Schlaue Schildkröten

Die Rotwangen-Schmuckschildkröte in der Aquarienhaltung – ein biologisches Porträt

Weil Reptilien im Vergleich zu Säugern oder Vögeln höhere Ansprüche an ihre Haltung stellen, befaßte man sich vermutlich bisher in der Forschung wenig mit dieser Tierklasse. Viele Forschungsversuche befinden sich daher noch in ihren Anfängen, vorliegende Ergebnisse sind meist lückenhaft und beziehen sich auf wenige Arten. Mit meiner Arbeit möchte ich einen weiteren Beitrag zur Biologie der Wasserschildkröten liefern sowie Methoden vorstellen, die es dem Pfleger ermöglichen, die Bedürfnisse seiner Tiere zu erkennen. Junge Schildkröten bevorzugen als Aufenthaltsort in Auswahlversuchen zwischen schwarz und weiß den dunklen Bereich des Beckens. Dabei hat die Färbung der Seitenwände einen größeren Einfluß als die Färbung des Bodens. Schildkröten können schwarz und weiß unterscheiden. Es wurde eine Methode eintwickelt, die es gestattet, Bevorzugung von Landteilen sowie Anzahl und Dauer von Landbesuchen festzustellen. Bei der Futtersuche spielt für Schildkröten der visuelle Reiz eine wichtige Rolle. Bei durchsichtigen Futterkästchen richteten die Schildkröten ihre Suchhandlungen direkt an das Futter, sie lernten bisher jedoch nicht, Futter auch in undurchsichtigen Kästchen zu suchen. Erste Ergebnisse lassen vermuten, daß die Schildkröten auf Farbsignale am Futterplatz dressiert werden können. Das Balzverhalten konnte ausführlich beobachtet werden. Die bisher angenommene Dominanz des Sexualgeruchs während der Paarungszeit und beim Erkennen der Partner und die vorrangige Bedeutung taktiler Reize beim Balzverhalten konnten in Frage gestellt werden. Die Feststellung, daß erst bei Kopfbewegungen weibliche Attrappen angebalzt werden, widerlegt die Aussage, daß das Weibchen bei der Balz passiv bleibt. Unter den beschriebenen Haltungsbedingungen konnten Rotwangen-Schmuckschildkröten erfolgreich gezüchtet werden.

 

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