Oktober: Ulla Lohmann

Von der Jugend forscht Siegerin zur weltweit tätigen Fotojournalistin und Dokumentarfilmerin

Ulla Lohmann beim Bundeswettbewerb 1996 (Quelle: Stiftung Jugend forscht e. V.)
Ulla Lohmann, Fotojournalistin und Dokumentarfilmerin (Quelle: Pierre-Emmanuel Rastoin)

"Jugend forscht hat mir das Selbstvertrauen gegeben, meine Träume zu verwirkli­chen", sagt die Jugend forscht Bundessiegerin Ulla Lohmann (38). In ihrem Fall ist dies jedoch keine Jugend forscht typische Karriere in Wissenschaft oder Wirtschaft. Der Traum, den sie lebt, ist es vielmehr, die Welt zu entdecken. Mit der Kamera erkundet sie seit vielen Jahren die entlegensten Ecken unserer Erde und berichtet in aufsehenerregenden Film- und Fotoproduktionen über ihre Reiseabenteuer. Der erfolgreiche Lebensweg von Ulla Lohmann beweist, dass Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb seit der Grün­dung 1965 ein äußerst wirksames Instrument zur Talentförderung ist.

Bereits als junges Mädchen interessiert sich Ulla Lohmann für spannende, neue Dinge und unbekannte Perspektiven auf die Welt. "Wenn andere in der Disco waren, saß ich im Wohnzimmer und habe mit Knochen gepuzzelt", erzählt sie. Ganze drei Jahre forscht sie zu dem Skelett eines 280 Millionen Jahre alten Lurches. Am Ende gelingt ihr die erstmalige Rekonstruktion des Gesamtskeletts. Anhand des Körperbaus, der Analyse von versteinertem Mageninhalt und Kot sowie der Funddokumentationen kann sie zudem Rückschlüsse auf Lebensweise und Lebensraum des Ur-Amphi­biums Sclerocephalus haeuseri ziehen. Mit diesem Projekt tritt die damals 18-Jährige 1996 bei Jugend forscht an. Es ist bereits ihre dritte Teilnahme, doch mit der besonderen wissenschaftlichen Arbeit gelingt ihr erstmals der Sprung ins Bundesfinale. Dort setzt sie sich gegen die besten Jungforscher Deutschlands durch und erringt den Bundessieg im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften.

Nach Bundessieg und Abitur geht Ulla Lohmann auf Weltreise – finanziert mit dem Preisgeld von Jugend forscht. Während der folgenden zwölf Monate berichtet sie laufend von ihren Erfahrungen und Erlebnissen, sie arbeitet an Forschungsprojekten und dokumentiert diese fotografisch. Dabei lernt sie Professor Paul Dobrinski kennen, den damaligen Herausgeber der Zeitschrift Junge Wissenschaft. Er schenkt ihr ein Abonnement des bekannten Wissensmagazins National Geographic und sagt: "Ulla, irgendwann will ich deine Fotos darin sehen." Worte, die sich die junge Journalistin zu Herzen nimmt. Zurück in Deutschland beginnt sie 1998 zunächst, an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Geografie und Journalismus zu studieren. Im Jahr darauf erhält sie ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), das ihr den Wechsel an die James Cook University, Townsville ermöglicht – in ihrem Traumland Australien. Dort studiert sie Umweltmanagement, Fotojournalismus sowie Reportage und macht 2001 ihren Bachelor.

Nach dem Studium widmet sich Ulla Lohmann voll und ganz der Arbeit als Fotojournalistin, Dokumentarfilmerin und Moderatorin. Auf ihren zahlreichen Expeditionen besteigt und fotografiert sie die aktiven Vulkane der Erde zwischen Papua und Chile, sie taucht ab in die Tiefsee, dokumentiert die Bräuche indigener Völker und begleitet Abenteurer auf dem Motorrad rund um die Welt. Ulla Lohmanns Filme werden in internationalen TV-Sendern wie BBC, ARTE und Discovery Channel gezeigt, renommierte Print-Medien wie GEO, VIEW und die New York Times veröffentlichen ihre Bilder. Sie freut sich sehr, als diese 2008 dann erstmals auch in National Geographic erscheinen. Ihr jüngster Erfolg ist ein beeindruckender Bildband über die Dolomiten. "Mit Fleiß und Durchhaltevermögen habe ich meine Ziele erreicht  das habe ich bei Jugend forscht gelernt", sagt Ulla Lohmann rückblickend.

Stiftung Jugend forscht e. V. | Oktober 2015


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