Februar: Sonja Rauner

Von der Jugend forscht Bundessiegerin zur Führungskraft einer internationalen Geschäftsbank

Sonja Rauner mit ihrem Projekt beim Bundeswettbewerb 1996 (Quelle: Stiftung Jugend forscht e. V.)
Sonja Rauner, Leiterin der Bereiche "Payments Operations" und "Supplied Services“ bei HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Düsseldorf (Quelle: Stiftung Jugend forscht e. V.)

Sonja Rauner (38), Jugend forscht Bundessiegerin des Jahres 1996 im Fachgebiet Mathematik/Informatik, ist heute Direktorin bei der Bank HSBC Trinkaus & Burkhardt AG in Düsseldorf. Nach ihrer Promotion entscheidet sich die begabte Mathematikerin für die Karriere bei einer internationalen Geschäftsbank. Dort steigt sie in wenigen Jahren zur Führungskraft auf. Ihr Berufsweg beweist, dass Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb seit der Grün­dung 1965 ein äußerst wirksames Instrument zur Talentförderung ist.

Es gibt keine Schwierigkeiten – nur Herausforderungen. Dieses Motto kennzeichnet das Arbeitsethos von Sonja Rauner schon bei Jugend forscht. Ganze zwei Jahre lang forscht die Schülerin vom Steinbart-Gymnasium in Duisburg an ihrem Jugend forscht Projekt "Über eine spezielle Klasse rekursiv definierter Doppelfolgen". 1996 präsentiert die damals 19-Jährige ihre Forschungsergebnisse dann im Fachgebiet Mathematik/Informatik. Sie ist auf Regional- und Landesebene erfolgreich und krönt gleich ihre erste Teilnahme an Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb mit dem Bundessieg. An diese aufregende Zeit erinnert sie sich noch heute gerne, vor allem an die Begeisterung der Jungforscherinnen und Jungforscher wie auch an den fachlichen Austausch mit den Juroren. Nur auf die Schlagzeile einer bekannten deutschen Tageszeitung hätte sie seinerzeit verzichten können: "Na bitte: Blondine vorn bei Jugend forscht!"

Der Bundessieg habe sie "total gepusht", sagt Sonja Rauner. Und darüber hinaus habe sie durch die Arbeit an ihrem Jugend forscht Projekt erst gemerkt, "wie viel Kreativität die Beschäftigung mit einer mathematischen Fragestellung erfordert". Beides motiviert sie dazu, an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn Mathematik zu studieren. 2005 wird Sonja Rauner dort mit einer Arbeit im Bereich der angewandten Mathematik promoviert. Doch beruflich will sie im Anschluss lieber Managementaufgaben übernehmen statt hochspezialisierte mathematische Probleme zu lösen. Das Angebot, bei der HSBC Trinkaus & Burkhardt AG als Business Analystin einzusteigen, kommt daher genau zum richtigen Zeitpunkt.

Mit ihrer Begabung für logisches Denken und die Durchdringung komplizierter Prozesse macht sie bei der Geschäftsbank schnell Karriere. 2008 steigt sie zur Abteilungsleiterin auf, wird 2009 Prokuristin, zwei Jahre später Abteilungsdirektorin und nach weiteren drei Jahren Direktorin. Seit 2012 ist sie als Leiterin der Bereiche "Supplied Services" und "Payments Operations" unter anderem für die Abwicklung der Inlands- und Auslandszahlungen verantwortlich, und in dieser Funktion Vorgesetzte von insgesamt rund 100 Mitarbeitern. Auch auf die Herausforderungen als Führungskraft fühlt sie sich dank Jugend forscht gut vorbereitet: "Die Entwicklung kreativer Lösungen, eine strukturierte Arbeitsweise und die konsequente Verfolgung eines Themas waren bei Jugend forscht und sind auch in meiner aktuellen Tätigkeit immens wichtig." Sonja Rauner hat selbst erlebt, wie bedeutend eine Förderung zum richtigen Zeitpunkt für den weiteren Karriereverlauf ist. Daher liegen ihr heute das Coaching und die Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ganz besonders am Herzen.

Stiftung Jugend forscht e. V. | Februar 2015


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