Juli: Thomas Nesch

Vom Jugend forscht Sieger zum Innovationsmanager

Thomas Nesch beim Bundeswettbewerb 2008 (Quelle: Stiftung Jugend forscht e. V.)
Thomas Nesch bei der Abschlussfeier in Cambridge (Quelle: T. Nesch)

Lebenswege müssen nicht immer gradlinig verlaufen. Das beweist der Werdegang von Thomas Nesch (26), Jugend forscht Bundessieger im Jahr 2008. Zum Zeitpunkt seiner Teilnahme absolviert er eine Lehre zum Mechatroniker bei der Daimler AG in Sindelfingen. Heute, sieben Jahre später, hat er einen Master in Ingenieurwissenschaften erworben, zahlreiche Auslandsaufenthalte und Praktika absolviert und startet in seinem Job als Innovationsmanager durch. Der Karriereweg von Thomas Nesch beweist, dass Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb seit der Gründung 1965 ein äußerst wirksames Instrument zur Talentförderung ist.

Im Rahmen seiner Ausbildung zum Mechatroniker bei der Daimler AG schließt sich Thomas Nesch der betriebseigenen Auszubildenden-Firma "A-tronik" an. Dieser liegt schon seit Langem eine Anfrage der hausinternen Lackiererei vor, die bisher weder A-tronik noch externe Anbieter lösen konnten. Gefordert ist ein Sensor, mit dem man einen Flüssigkeitsverlust an Schläuchen von Lackierrobotern aufspüren kann. Genau die richtige Aufgabe für den engagierten Jungforscher. Tag und Nacht tüftelt er an einer Lösung und tatsächlich gelingt es ihm, einen funktionsfähigen Prototypen zu konstruieren.

Im Jahr 2008 nimmt Thomas Nesch mit seinem "Flüssigkeitserkennungssensor" bei Jugend forscht teil. Was folgt, ist ein glatter Durchmarsch durch alle Wettbewerbsebenen bis zum Bundesfinale in Bremerhaven. Auch dort überzeugt der damals 19-Jährige die Jury: Er wird mit dem Bundessieg im Fachgebiet Technik ausgezeichnet. "Für mich war es ein gigantisches Gefühl, dass die damalige Bundesbildungsministerin Schavan mir auf der Bühne persönlich gratuliert hat", erzählt Thomas Nesch. Doch der Bundessieg ist nur der Anfang einer Erfolgsgeschichte: Bereits vor dem ersten Wettbewerb meldet er sein Projekt zum Patent an. Eine gute Entscheidung, denn sein Arbeitgeber ist von der Qualität der Erfindung über­zeugt und möchte sie umgehend in der Produktion einsetzten.

2009 erringt Thomas Nesch auch beim weltgrößten Jungforscherwettbewerb, der "Intel International Science and Engineering Fair" (Intel ISEF), im US-amerikani­schen Reno einen ersten Preis. Dieser Erfolg bestärkt ihn, nach dem Fachabitur ein Studium im Ausland zu beginnen. An einer der angesehensten Hochschulen der Welt, der University of Cambridge, studiert er ab 2010 Ingenieurwissenschaften. Parallel gründet er seine eigene Elektronikfirma "Nesch Engineering", absolviert zahlreiche Praktika bei namenhaften Unternehmen und beginnt 2013 als Innovationsmanager bei der Daimler AG im Bereich Business Innovation. Dort beobachtet man aktuelle soziale, kulturelle und technologische Entwicklungen, um vielversprechende Geschäftsideen im Rahmen von Pilotprojekten zu realisieren.

Seit Ende Juni 2015 ist Thomas Nesch "Master of Engineering" und kann sich jetzt voll und ganz seiner Tätigkeit als Projektkoordinator bei Business Innovation widmen. Am Standort Ulm beschäftigt er sich aus technischer und kaufmännischer Sicht mit der Frage, inwieweit sich Fahrzeugteile mittels 3-D-Druck herstellen lassen. Dabei folgt Thomas Nesch einem Credo, das maßgeblich durch seine Erfahrungen bei Jugend forscht geprägt wurde: "Nur wenn man offen bleibt für Neues, neue Dinge ausprobiert und erforscht, kann man den 'change of life' mitgestalten."

Stiftung Jugend forscht e. V. | Juli 2015


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