August: Sibylle Gaisser

Von der Jugend forscht Siegerin zur Biotechnologie-Professorin

Sibylle Gaisser beim Bundeswettbewerb 1987 (Quelle: Stiftung Jugend forscht e. V.)
Sibylle Gaisser, Professorin für Biotechnologie an der Hochschule Ansbach (Quelle: Stiftung Jugend forscht e. V.)

Sibylle Gaisser (46), 1987 Jugend forscht Bundessiegerin im Fachgebiet Arbeitswelt, ist heute Professorin für Biotechnologie, rekombinante Arzneistoffe und Bioethik an der Hochschule Ansbach. Nach der Promotion macht sie sowohl in der universitären wie auch in der außeruniversitären Forschung Karriere. Ihr Berufsweg beweist, dass Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb seit der Grün­dung 1965 ein äußerst wirksames Instrument zur Talentförderung ist.

Das Forschervirus erfasst Sibylle Gaisser schon in früher Kindheit: "Mit acht oder neun Jahren bekam ich einen dieser Experimentierkästen für Kinder. Das fand ich toll. Ich hatte diesen Drang - ich wollte wissen, was die Dinge im Inneren zusammenhält." Jugend forscht eröffnet ihr dann die Welt der Forschung. Im Rahmen des Wettbewerbs diskutiert sie mit Experten gleichberechtigt über ihre Forschungsergebnisse und bekommt die Möglichkeit, in einer wissenschaftlichen Zeitschrift zu publizieren. Insgesamt fünfmal nimmt sie am Wettbewerb teil und stellt ihr Wissen in den Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie und Physik unter Beweis. Im Jahr 1987 tritt sie mit dem Projekt "Berufsdermatosen - Ursachen und Abhilfe" das letzte Mal bei Jugend forscht an. Zusammen mit ihrem Teamkollegen John Sobeck entwickelt sie In-vitro-Tests für Hautschutzpräparate als Alternative zu Tierversuchen, untersucht damit Cremes und Salben zum Schutz vor Hautkrankheiten und stellt enorme Qualitätsunterschiede fest. Und das mit Erfolg: Die damals 18-Jährige gewinnt den Bundessieg im Fachgebiet Arbeitswelt.

Die Erfahrungen bei Jugend forscht sind richtungsweisend für Sibylle Gaisser. "Lange Zeit schwankte ich, ob ich beruflich eher in die Geisteswissenschaften oder die Naturwissenschaften gehen sollte", erinnert sie sich. Für das Studium der Technischen Biologie entscheidet sich die vielseitig interessierte Forscherin dann ganz gezielt, da der Studiengang sowohl Ingenieur- als auch Naturwissenschaften umfasst und fächerübergreifende Forschung ermöglicht. Aber nicht nur fachlich hat sie die Wettbewerbserfahrung stark geprägt: "Ich war als Kind eher schüchtern und zurückhaltend. Jugend forscht hat mich in meinem Selbstwertgefühl extrem gestärkt und mir Mut gemacht, meinen Weg zu gehen."

Ihren Studien- und Berufsweg verfolgt Sibylle Gaisser gradlinig. Von 1988 bis 1994 studiert sie Technische Biologie an den Universitäten Stuttgart, Swansea (Großbritannien) und Freiburg. Im Jahr 1998 promoviert sie an der Pharmazeutischen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen. Im Anschluss wechselt sie in die außeruniversitäre Forschung und wird Senior Scientist und Projektmanagerin am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe. Seit 2010 ist sie Professorin für Biotechnologie an der Hochschule Ansbach. Neben ihrer Lehrtätigkeit forscht Sibylle Gaisser dort zu den Themen Antibiotikabiosynthese sowie zur ethischen Urteilsbildung in den Lebenswissenschaften. Das Tolle an ihrem Beruf sei die Vielseitigkeit ihrer Aufgaben, die Freiheiten bei der Wahl der Inhalte ihrer Lehr- und Forschungstätigkeit und die Möglichkeit immer Neues zu lernen, sagt die Jugend forscht Alumna.

Stiftung Jugend forscht e. V. | August 2015


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